malerei -  komposition

STODOLNY.

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LAUDATIO ZUM ANLASS DER AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG IN BAD WINDSHEIM  

VON DOMINIK HAMANN       

BAD WINDSHEIM, 22.03.2013


Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrter Herr Ledertheil,

sehr geehrter Herr Spyra,


vielen Dank für ihr zahlreiches Erscheinen und ihren Besuch im Rathaus Bad Windsheim.


Ich habe heute die große Ehre, Ihnen den Künstler Bernhard Stodolny und seine Werke näherbringen zu dürfen.


Die Neigung zum Künstlerischen war ihm dabei schon in die Wiege gelegt, er malte und musizierte schon seit seiner frühen Jugendzeit.


Doch in der DDR gab es kein Berufsbild namens "Künstler", und so musste Bernhard Stodolny sich vorerst für eine von seinen Karrieren entscheiden: Er wurde Profimusiker für Schlagzeug und Percussion. Um in der DDR Künstler zu werden, war sein Weg vorgezeichnet und eingeschränkt. Ohne Wehrdienst, Ausbildung, und Studium bestand keine Chance auf eine Anstellung. Kein Orchester stellte ein, ohne "Berufsbefähigungsschein". Die Gesellschaft der DDR duldete keine Quereinsteiger und Einzelgänger.


So studierte Bernhard Stodolny an der Hochschule für Musik  „Hanns Eisler“, und betätigte sich danach als Profimusiker in mehreren Bands und Orchestern. Die kreativen und progressiven Ansichten von Bernhard Stodolny mussten in einer Gesellschaft ohne Raum für Kritikfähigkeit vorerst auf dem Rücksitz Platz nehmen. Doch er schaffte er es immer wieder, sich selbst treu zu bleiben und seine Kunst als Vehikel für seine Botschaften zu nutzen.






























1987 erhielt er z.B. mit „Gerlinde Kempendorff & Band“ auf den Chansontagen der DDR in Frankfurt Oder,

den „Preis für das streitbarste Programm“: Die Schallplattenproduktion wurde aus Textgründen übrigens nie

verwirklicht.

Zwei Jahre später kam die Wende - Die Finanzierung des Musikmanagements war von einem Tag auf den

Anderen zusammengebrochen. Zusammen mit vielen seiner Kollegen stand Bernhard Stodolny auf der Straße

und sah wenig Hoffnung, in Zeiten immer weiter schrumpfender Budgets in seinem Lehrberuf dauerhaft Fuß zu

fassen.

Doch die Liebe zur Malerei war immer noch da und er ließ sie wiederaufflammen. In der Meisterschule von

Heinz Oskar Preibsch erwarb er viele neue Kenntnisse und Fähigkeiten und fing wieder an zu malen.

Kunst ist dabei eine der wenigen Ausdrucksformen, in denen Bernhard Stodolny seine Emotionen und Ansichten jederzeit ungehindert ausdrücken konnte und kann. Er betreibt dabei eine Gratwanderung zwischen allen Kunstrichtungen und verwehrt sich der künstlerischen Einordnung bislang mit viel Erfolg.


Vielleicht ist es einfacher, zu definieren, was Bernhard Stodolny nicht ist, oder nicht sein will.


Der Künstler ist nicht verkopft, er ist nicht distanziert. Er legt keinen Wert auf den ultimativen Realismus, muss auch nicht um jeden Preis modern sein. Bernhard Stodolny ist immer nah an seinem Bild und emotional ein Teil seiner Botschaft.


Wenn man ein wenig sucht, finden sich Anleihen aber z.B. bei Heinrich Zille. Stodolny ist eine echte Berliner Schnauze - lokalpatriotisch, oft mit einem Augenzwinkern und doch sozialkritisch. Er ist ehrlich, direkt und

zeitweise polarisierend, er schmeichelt nicht, passt sich nicht um jeden Preis an - er ist unpolitisch und damit politisch zugleich.


Aber auch ganz andere Töne lassen sich in seinen Bildern finden:


So finden sich Einflüsse der idealisierten Landschaften eines Paul Bril, die frohe, fast naive Farbgebung, die

Romantik und Fernweh in das unmittelbare Blickfeld rücken. Da findet sich die tiefe, frische Chrominanz eines

Hundertwasser inmitten von impressionistischen Zügen und sogar Andeutungen von Renaissance.


Vielleicht die größte Konstante in den Bildern von Bernhard Stodolny ist daher die Vielfalt und die Abwechslung.

Vergleiche greifen daher immer zu kurz - Bernhard Stodolny ist vor allem genau das: er selbst. Nur wenn man

genauer hinschaut, finden sich in seinen Werken viele gemeinsame Themen und Leitmotive.


Die Liebe zur Musik lässt sich ebensowenig leugnen, wie seine Leidenschaft in der Charakterzeichnung. Er portraitiert niemals klassische Schönheit, sondern immer Menschen, die im Leben stehen, Menschen mit Narben, Mängeln und kleinen Unsicherheiten.Die Perfektion und absolute Schönheit überlässt er einzig seiner Darstellung der Natur. Die Disparität zwischen ländlicher, manchmal fast schon biederer Idylle, die in kraftvollen und träumerischen Erweckungen von Sonnenuntergang oder Seerosen aufgeht, steht in konstantem Kontrast zum chaotisch-kaputtem Charme der Stadt und ihren komplexen, umstrittenen und dennoch auf Ihre Art und Weise liebenswürdigen Charakteren.


Selbst in seinen abstrakten Bildern prallen die gleichen Gegensätze ohne Benennung aufeinander. Die Kraft, Farbe und Emotion der Natur und Ihrer Pigmente sind in subtiler Ordnung omnipräsent, während sich das Chaos überall dort entfaltet, wo sich der Mensch erahnen lässt, wie etwa in Stodolnys "Manege".


Seine Botschaften wirken auf den ersten Blick oft eindeutig, von der martialisch-anarchistischen "Antidemokratie", bis zur fast kleinbürgerlichen Berta Benz - doch wenn man genauer hinschaut, versteckt der Künstler die Selbstkritik der vermeintlichen Aussage hinter überraschenden Details seiner Charaktere.


Aus diesem Grunde gibt Stodolny auch keine Erklärungen zu seinen Bildern ab, sondern überlässt die Deutung ausschließlich dem Betrachter.


Und deshalb freue ich mich heute ganz außerordentlich, Ihnen die Werke von Bernhard Stodolny präsentieren zu dürfen.


Vielen Dank, Herr Spyra und Herr Ledertheil, dass Sie diese Ausstellung möglich machen konnten.


Vielen Dank, sehr geehrte Damen und Herren, dass Sie sich heute die Zeit genommen haben, einen vielversprechenden Künstler unserer Zeit und seine Werke kennenzulernen.


Vor allem aber danke ich Bernhard Stodolny und seiner Frau Karin, dass ich heute mit Ihnen hier sein darf.


Ich wünsche Ihnen und uns allen eine gelungene Ausstellung.


Vielen Dank.                                                                                                                                                                                      




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